24. Dezember

Juleaften – Heiligabend

Juleaftensdag, der Tag des Heiligen Abends, wird zusammen mit der engeren Familie verbracht. Die letzten Weihnachtsvorbereitungen sind so gut wie abgeschlossen, die Vorfreude steigt und die Kinder schauen sich oft Zeichentrickfilme, den Fernseh-Weihnachtskalender oder andere Weihnachtssendungen an, um sich die Zeit bis zum Abend zu vertreiben.

Nach dem Weihnachtsessen werden Süßigkeiten, Plätzchen usw. auf den Tisch gestellt, Kaffee gekocht, die Kerzen des Weihnachtsbaums angezündet. Und bevor man zu dem – für die Kinder – wichtigsten Teil des Abends kommt, wird um den Weihnachtsbaum getanzt. Wobei mit Tanzen eher ein gemächliches Spazieren um den Baum herum gemeint ist. Dabei singen die Dänen verschiedene Weihnachtslieder, einige davon kennt man auch in Deutschland – z. B. Stille Nacht, Heilige Nacht.

dans
Tanz um den Weihnachtsbaum

Und danach kommt das, worauf die Kinder ungeduldig gewartet haben – die Bescherung.
Alles in allem ein sehr gemütlicher, schöner Abend – der oft sehr spät endet.
Am 25. und 26. wird dann mit Freunden und Familie mit dem traditionellen Weihnachtsbuffet weitergefeiert – ein Buffet mit vielen kleinen kalten und warmen Speisen. Dazu werden Nisseøl „Weihnachtsbier“ und Julebryg „Weihnachtsbräu“ und viel Schnaps getrunken.

Und in diesem Sinne

Glædelig jul – Frohe Weihnachten

Bildnachweis: http://denkorteavis.dk/2012/juletraditioner/

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23. Dezember

Lille juleaften – der Abend vor Heiligabend

Der Abend des 23. Dezembers ist in vielen dänischen Familien ein ganz besonderer Abend. Die letzten Vorbereitungen für Weihnachten werden an diesem Tag beendet. In meiner Familie wurde am 23. immer der Weihnachtsbaum, den wir einige Tage zuvor gekauft oder gefällt hatten, im Wohnzimmer aufgestellt und geschmückt. Wir hörten Weihnachtsmusik und genossen einfach gemeinsam die Ruhe nach so vielen hektischen Vorbereitungen vor den weihnachtlichen Festtagen. Dazu durften wir ab und zu auch das eine oder andere Plätzchen essen.

juletræ

Das Abendessen am 23. gehörte in meiner Familie ebenfalls zu den Weihnachtsvorbereitungen: An dem Abend wurde der traditionelle Milchreis gegessen. Gekocht wurde immer ein besonders großer Topf Milchreis. Die Reste, denn Reste musste es schon geben, wurden nämlich am 24. für den Nachtisch verwendet – den schon erwähnten „Ris á l’amande“. Traditionell wird zum Milchreis gern ein süßes und (fast) alkoholfreies Weihnachtsbier, der früher beschriebene Juleøl, getrunken.

Bildnachweis: www.julidannevang.dk

22. Dezember

Das Essen am Heiligen Abend

Die Dänen essen gern zu Weihnachten – und auch nicht wenig. Zu den traditionellen Weihnachtsgerichten gehören Ente oder Schweinebraten, dazu Salzkartoffeln und Rotkohl und etwas typisches Dänisch: kleine glasierte Kartoffeln, die wegen ihres Aussehens brune kartofler (braune Kartoffeln) genannt werden.

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Auf die Nachspeise freuen sich besonders Kinder – den „Ris á l’amande“. Dazu wird die leckere Kirschsoße gereicht. Das besondere Highlight ist eine versteckte Mandel, die dem Finder ein kleines Geschenk beschert.

ris a la mande

Die klassische Nachspeise – „Ris á l’amande

Nach dem Weihnachtsessen sind die Dänen aber noch nicht fertig mit dem Essen. Liebevoll gebackenen Plätzchen, Marzipankonfekt, Schokolade usw. warten auf dem Wohnzimmertisch. Dazu wird Kaffee oder Tee getrunken. Aber bevor man es sich damit auf dem Sofa gemütlich machen kann, muss erst um den Baum getanzt werden. Danach werden dann die Geschenke verteilt.

Bildnachweis: http://www.louisesmadblog.dk/brunede-kartofler/, http://www.dk-kogebogen.dk/opskrifter/visopskrift.php?id=23570

21. Dezember

Pebernødder – Pfeffernüsse (ca. 200 Stück)

pebernødder

Für den Teig braucht man:

500 g Mehl
125 g Margarine
200 g Zucker
2 TL Hirschhornsalz
1 TL Zimt, gemahlen
1/2 TL Ingwerpulver
1/2 TL Nelken, gemahlen
1/2 TL Pfeffer, gemahlen
175 ml Wasser

Die Margarine in kleinen Stücken auf dem Mehl verteilen. Die übrigen Zutaten untermengen. Den Teig gut durchkneten und zu Rollen formen. Davon kleine Stücke abschneiden. Diese zu kleinen Kugeln formen.
Backzeit: ca. 10 Minuten bei 175 Grad

Bildnachweis: http://www.anine.dk/tag/pebernodder/
Quelle: http://www.visitdenmark.de/de/daenemark/daenische-weihnachtsrezepte

20. Dezember

Julehjertet – das Weihnachtsherz

Der Klassiker unter dem Weihnachtsbaumschmuck in Dänemark ist das geflochtene Herz. Die typischen, dänischen Weihnachtsherzen werden aus zwei Stücken Glanzpapier in verschiedenen Farben, in Dänemark oft in Rot und Weiß, hergestellt.

herz

Die Grundform ist ein oben geschlossenes U von 8 cm Breite und 12 cm Höhe. Zwei U-Formen werden senkrecht an der geschlossenen Seite in gleichen Abständen so eingeschnitten, dass sie später eine geflochtene Fläche von 8 x 8 cm bilden. Anschließend werden die beiden U-Formen senkrecht miteinander verflochten. Die überstehenden Bögen bildet dann die Herzform.

Bastelvorlage:

Früher wurden die Herzen mit Nüssen oder Süßigkeiten gefüllt. Der Weihnachtsbaum war daher im übertragenen Sinne zum Essen gedacht, wie es auch aus einem bekannten dänischen Weihnachtslied hervorgeht: „Først skal træet vises, siden skal det spises“ (erst wird der Baum angeschaut, dann wird er gegessen“) aus dem Lied: „Højt fra træets grønne top“ des dänischen Komponisten Emil Hornemann aus dem Jahr 1848.

Weitere Bastelvorlagen (allerdings auf Dänisch) gibt es auf http://www.duda.dk/Grundfag/Kristendom/Jul/juleklip/julehjerter/julehjerter.html

Quelle: u.a. http://de.wikipedia.org/wiki/Julehjerte

Bildnachweis: www.duda.dk, http://da.wikipedia.org/wiki/Julepynt,

19. Dezember

Juleøllet – das Weihnachtsbier

sneøl

Traditionell wird in Dänemark zu Weihnachten ein besonderes Weihnachtsbier serviert, das sich durch einen milden, etwas süßlichen Geschmack auszeichnet. Diese Biere sind nämlich mit Schokoladen- und Karamellmalz gebraut, außerdem wird die Gärung frühzeitig unterbrochen. Daher ist der Alkoholgehalt auch niedriger als bei normalen Bieren. Weihnachtsbier, auch scherzhaft Nisseøl – Wichtelbier – genannt, wird seit 1443 gebraut. Dieses Bier wird in der Regel zu Milchreis getrunken – einer meiner Lieblingsspeisen aus der Kindheit. In meiner Familie haben wir am Abend am 23. Dezember immer Milchreis mit Zimt und Zucker gegessen. Es wurde reichlich Milchreis gekocht, da der Rest des Milchreises zu dem für Dänemark typischen Weihnachtsnachtisch verwendet wurde – „Ris á l’amande“. Mehr dazu später im Monat.

Man darf Weihnachtsbier jedoch nicht mit Julebryg („Weihnachtsbräu“ oder auch „Schneebier“ genannt) verwechseln. Meistens wurde im Laufe des Jahres ein dünneres Bier getrunken, aber zu Weihnachten gab und gibt es noch das stärkere Weihnachtsbräu, das besser zu den etwas deftigeren Speisen zu Weihnachten passt. Diese Biere sind etwas stärker gebraut als Weihnachtsbier und nur vor Weihnachten im Handel.

Quelle: https://da.wikipedia.org/wiki/Jule%C3%B8l, https://da.wikipedia.org/wiki/Julebryg

Bildnachweis: http://beerticker.dk/julebryggen-kommer-tidligere-7918

18. Dezember

Ris á l’amande – der klassische Nachtisch

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Der traditionelle dänische Nachtisch für Heiligabend ist Ris á l’amande aus Milchreis, verfeinert mit Schlagsahne und Vanille und evtl. gehakte Mandeln. Dazu wird Kirschsoße gereicht. Das Besondere an dem Nachtisch ist nicht der Nachtisch selbst, sondern das damit verbundene Spiel. Es wird nämlich eine geschälte Mandel im Nachtisch untergerührt und die Person, die beim Essen die Mandel bekommt, hat gewonnen. Allerdings muss der Finder bzw. die Finderin die Mandel versteckt halten und die anderen Gäste müssen erraten, wer die Mandel hat. Das kann zu recht lustigen Episoden führen, da es nicht ganz einfach ist, die Mandel versteckt im Mund zu halten. Mit vollem Munde spricht und isst es sich nun einmal nicht besonders gut. Der Finder bekommt übrigens am Ende ein kleines Geschenk, meistens ein Marzipanschweinchen oder ein Comic.

Die Tradition stammt ursprünglich aus Frankreich, wo das „Galette de Rois“ am 6. Januar gegessen wird. Hier wurde früher nach einer Bohne, „Fève“, gesucht, heute wird ein kleines Figürchen verwendet. Die Person, die die Bohne findet, wird König bzw. Königin des Tages. Früher durfte der Finder in Dänemark auch einen ganzen Tag König sein, d. h. bestimmen, oder durfte einen besonderen Wunsch äußern, der dann erfüllt werden musste. Die Tradition mit dem verfeinerten Milchreis stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert.

Quelle: Buch; Julens hvem, hvad, hvor von 1977 (ein kleines Lexikon über Weihnachten

Bildnachweis: http://www.foodfanatic.dk/risalamande